Allgemeines
Der Walter-Tiemann-Preis

Der Walter-Tiemann-Preis wurde erstmals 1992 und seit­dem im Rhythmus von zwei Jahren vergeben. Mit dem Preis wird vorrangig die Gestaltungsleistung von Typografen und Illustratoren gewürdigt. Der Wettbewerb richtet sich an jene, die außerhalb der etablierten Verlage Innovationsräume schaffen und mit großem Engagement ihre künstlerischen Ideen verwirklichen.
Durch Auseinandersetzungen mit Möglichkeiten der Text- und Bildvermittlung über elektronische Medien ergeben sich auch für die künstlerische Arbeit am Buch neue Ansätze. Von der Funktion der reinen Wissensvermittlung entlastet öffnen sich für das Buch Wege, auf denen die Spezifik des Mediums bewusst untersucht werden kann.
Grundsätzlich sollten jedoch qualitätvolle Texte die Basis der Gestaltung bilden. Dabei ist es sekundär, ob es belletristische Texte oder Ideen sind, die aktuelles Denken widerspiegeln. Wesentlich ist die typografische Form, wobei handgeschriebene Unikate ausgeschlossen sind. Die Einbindung von Zeichnungen, Fotos und anderen Illustrationen wird nach ihrem buchspezifischen Gewinn beurteilt, was durchaus im Sinne einer Assoziationserweiterung zu verstehen ist. Alle Drucktechniken sind zugelassen. Papier, Druck- und Bindequalität der Bücher fließen in die Bewertung ein.

Der Walter-Tiemann-Preis wird international ausgeschrieben. Die Finanzierung des Preises erfolgt ausschließlich über Spenden. Der Verein zur Förderung von Grafik und Buchkunst als Träger des Preises lädt zur Wettbewerbsentscheidung eine Jury ausgewiesener Fachleute ein, der jeweils auch der ehemalige Preisträger angehört.

Es wird angestrebt, die ausgezeichneten Bücher für die Bibliothek des Vereins zu erwerben, die sowohl für Ausstellungen als auch für individuelle Studien zur Verfügung gestellt wird.